Scham und Schuldgefühle treten bei Menschen mit traumatischen Erfahrungen sehr häufig auf. Besonders bei komplexen Traumafolgestörungen gehören sie zu den wichtigsten Symptomen. Diese Gefühle sind oft schwer zu verändern, weil sie tief im Selbstbild eines Menschen verankert sein können.
Grundsätzlich ist Scham ein normales und wichtiges Gefühl. Sie hilft uns, soziale Regeln zu verstehen und unseren Platz in einer Gemeinschaft zu finden. Schon kleine Kinder lernen durch Scham, Grenzen zu erkennen. Wenn Kinder dabei gleichzeitig liebevolle Zuwendung und Unterstützung erleben, entwickeln sie ein gesundes Selbstwertgefühl.
Problematisch wird Scham jedoch, wenn Kinder wiederholt beschämt, erniedrigt oder abgewertet werden, besonders durch wichtige Bezugspersonen. Dann kann sich eine traumatische Scham entwickeln. Betroffene beginnen häufig zu glauben, sie seien „schlecht“ oder selbst schuld an dem, was ihnen passiert ist. Diese Überzeugungen können sich tief verankern und bis ins Erwachsenenalter wirken.
Im späteren Leben zeigt sich das oft durch:
- starke Selbstvorwürfe oder Schuldgefühle
- Angst vor Ablehnung oder Bloßstellung
- Vermeidung sozialer Situationen
- ein dauerhaft geringes Selbstwertgefühl
Bei traumatisierten Menschen können Scham und Schuldgefühle einen Teufelskreis bilden: Sie verstärken negative Gedanken über sich selbst und halten belastende Symptome aufrecht. Deshalb ist es in der Therapie wichtig zu verstehen, woher diese Gefühle kommen und dass Betroffene nicht schuld an dem sind, was ihnen widerfahren ist.
Scham und Schuld lassen sich mit PEP®-Tools heute sehr gut integrieren, so dass sie ihre toxische Wirkung nicht mehr entfalten können.